Wie die Luft zum Atmen…

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Als ich mit Mitte 20 für knapp 2 Jahre in die USA gegangen bin, habe ich nur 2 „Dinge“ wirklich vermisst: meine Familie & Freunde und gutes Brot. Während die Lieblingsmenschen unersetzlich sind, habe ich irgendwann damit begonnen, mein eigenes Brot zu backen, in der Hoffnung so hin und wieder ein klein wenig Heimat zu kosten… Seit dieser Zeit habe ich mich schon an diversen Brotsorten versucht. Es gab viele gute aber auch mindestens genauso viele, nun ja, sagen wir mal „gewöhnungsbedürftige“ Brote, die ich aus meinem Backofen gezogen habe. Dabei wurde mir bewusst, das wir hierzulande brottechnisch ganz schön verwöhnt sind – mein Brot hole ich abwechselnd vom Dorf-Biobäcker oder vom Bauernhof nebenan: beides schmeckt himmlisch!

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Und obwohl gutes Brot für mich hier nur wenige Minuten entfernt ist, backe ich trotzdem hin und wieder gerne mein eigenes Brot. Kuchen backen ist schön, Brot backen ist phänomenal. Ich liebe den Duft nach frischer Hefe und dieses Gefühl, in die erste, noch warme Scheibe zu beißen ist unbezahlbar – wie die Luft zum Atmen… Mein Brot backe ich am liebsten am Wochenende, dann habe ich meist mehr Zeit und zumindest ein wenig mehr Ruhen als unter der Woche. Den Teig lasse ich über Nacht im Kühlschrank gehen und reifen. In der Früh nur noch schnell die Brote formen, Ofen an und nach wenigen Minuten ist es fertig: ein leckeres Brot fürs Wochenendfrühstück!

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Einen absolut unübertrefflichen Geschmack hat für mich Sauerteig-Brot. Während ein Brot, dass überwiegend mit Roggenmehl gebacken wird, unbedingt Sauerteig braucht um zu gehen, veredelt dieser auch ein Weizenmehlbrot und verleiht ihm einen wunderbaren Geschmack. Sauerteigbrot zeichnet sich aus durch seine wunderbare Kruste und das weiche Innere. Es ist länger haltbar und der Sauerteig im Brot macht es verträglicher.

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Für das Sauerteigbrot brauchst du entweder eine Küchenmaschine oder Superkräfte zum ausdauernden Kneten mit den Händen…

Hier kommt das Rezept für 2 Sauerteigbrote:

100 ml Sauerteig (entweder eine Sauerteig-Ansatz nach diesem Rezept vorbereiten oder im Supermarkt kaufen) und 10 g Hefe in eine Schüssel geben und rühren, bis die Hefe aufgelöst ist. 15 g Salz und nach und nach 450 g Weizenmehl sowie 150 g Weizenvollkornmehl hinzufügen. 500 ml Wasser hinzufügen und den Teig bei niedriger Geschwindigkeit rühren, bis sich alles vermischt hat. Geschwindigkeit erhöhen und bis zu 20 Minuten weiterkneten, bis der Teig eine elastische Konsistenz bekommt und nicht mehr an der Schüssel klebt. Der Teig ist am Anfang noch sehr matschig und extrem klebrig, wird aber durch das lange Kneten langsam fester und bekommt eine kaugummi-ähnliche Konsistenz. Falls die Konsistenz auch nach längerem Kneten noch zu klebrig ist, einfach etwas mehr Mehl hinzufügen. Eine große Schüssel mit 2 TL Olivenöl einpinseln und den Teig hineingeben. Mit einem feuchten Küchenhandtuch zudecken und über Nacht im Kühlschrank langsam gehen lassen.

Am nächsten Tag den Backofen mit dem Backblech auf der höchstmöglichen Stufe vorheizen. Teig mit einem Teigschaber bzw. einer Teigkarte auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Dabei vorsichtig vorgehen und den Teig möglichst wenig berühren, damit er nicht komplett zusammenfällt. Teig mit dem Teigschaber in 2 längliche Brote teilen und formen. Auf das heiße Backblech geben, Backtemperatur auf 220 Grad reduzieren und die Brote etwa 20 – 25 Minuten backen, bis sie eine schöne goldene Farbe haben und hohl klingen, wenn man darauf klopft. Zum Abkühlen auf einen Rost legen.

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Das klingt jetzt alles viel komplizierter als es ist, ich empfehle dir es einfach auszuprobieren. Der Geschmack des Sauerteigbrotes ist sensationell – so gut, dass ich dafür auch gerne auf ein Stück Kuchen am Nachmittag verzichte, und stattdessen lieber ein Stück Sauerteigbrot mit Butter und Honig zum Nachmittags-Cappuccino genieße. Dieses Brot ist der absolute Hammer!

Ich wünsche allen Brotbäckern gutes Gelingen und ganz viel Freude beim Genießen!

Bis zum nächsten Mal!

Allerliebst,

*bee

PS: Hier gibts noch mehr Brot-Rezepte: französisches Fougasse, bayrisches Bierbrot, italienisches Pane alle Olive, französisches Baguette.

 

Trackbacks

  1. […] von selbst gebackenem Brot gemacht. Seitdem ist viel Zeit vergangen, und mittlerweile haben viele Brote, Baguettes und Fougasses meinen Backofen herrlich duftend verlassen. Vermutlich noch mehr dieser […]

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