Miss Shortcut lässt grüßen…

Ach, es gibt so Tage… Da wird man schon früh morgens von einer To-Do-Liste geweckt, die so lang ist, dass man nicht mehr weiß in welchem Jahrzehnt man genau angefangen hat mit dem Aufschreiben. Und dennoch: ich liebe To-Do-Listen, schreibe mir alles auf, weils so schön entlastet und den Kopf frei macht für andere Dinge. Es gibt kaum einen Lebensbereich für den ich keine Abhak-Listen kritzele. Und JA, ich schreibe viele Listen ;-). Das Gefühl Dinge zu erledigen und von meinen Zettelchen zu streichen lässt mich meist hüpfen vor Freude – zumindest innerlich. „Erledigungsfreude“ nennen das die Psychologen – und LIEBE es Dinge zu erledigen! Und zwar möglichst viele davon.

Hin und wieder sehne aber auch ich mich nach einer wohlverdienten Listen-Amnäsie. Die Tage sind zu kurz, die handgeschriebenen Zettel manchmal viel zu lang. Und dann versinke selbst ich „Listen-Liebhaberin“ im Chaos.

Der letzte Freitag war so ein Tag. Mehr Termine als man überhaupt vertragen kann, ein Köfferchen dass für einen Hamburg-Kurztrip gepackt werden will, Wäscheberge in die man sich ohne Weiteres ungebremst aus dem obersten Stockwerk fallen lassen könnte, ein gähnend leerer Kühlschrank der sich bald selber abstellt, hibbelige Kinder die sich auf die Herbstferien freuen und dazwischen eine nervöses Menschlein (C’est moi!) dass verzweifelt alles auf einmal erledigen will…

Im Normalfall ist das letzte wofür ich an solchen Tagen Zeit habe, eine vernünftige Mahlzeit. Und dennoch schaffe auch ich hin und wieder den Absprung. So geschehen an besagtem Freitag.

Und dieses Gericht hat mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt…

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Ich liebe die Küche Südtirols. Und mindestens genauso, oder vielleicht sogar ein klein bisschen mehr, liebe ich würzigen Bergkäse. Und wenn beides in Kombination daherkommt, kann ich unter gar keinen Umständen widerstehen.

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Das Rezept für diese leckeren Käse-Tartelettes stammt aus der aktuellen Ausgabe der LivingAtHome (dort heißen sie „Ofeturli-Tartelettes“). Schon beim Lesen bekam ich ungemeine Sehnsucht nach der kleinen Köstlichkeit, kleiner Haken: etwas aufwändig in der Zubereitung. Und dennoch wurde dieses Gericht im Handumdrehen mein LifeSaver of the Day!

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In meinen paar Lebensjährchen gab es schon so manchen Spitznamen für mich (*bee ist nur einer davon ,-) ). Den Nickname „Miss Shortcut“ habe ich mir mühsam in den letzten 6 Jahren verdient. Seit ich eine Mama bin habe ich wesentlich weniger Zeit zum Kochen, lege aber gleichzeitig viel, viel mehr Zeit aufs Essen… Und um beides so gut wie möglich miteinander zu vereinbaren, müssen ein paar Abkürzungen (Shortcuts) her…

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Wichtigster Shortcut und damit im Nu fertig: den selbstgemachten Kartoffelteig habe ich durch einen fertigen Kartoffelknödel-Teig aus dem TK-Regal ersetzt. Schmeckt lecker und die Tartelettes sind viel schneller fertig. Alle anderen Zutaten werden zusammen gemischt und anschließend gemeinsam in den Ofenförmchen gebacken.

Dazu gab es einen Baby-Spinat-Salat mit Stiefmütterchen, denn diese gehöhren zu den Blüten die essbar sind. Wichtig: Die Blumen sollten entweder aus dem eigenen Garten oder vom Gärtner als ungespritzte Pflanzen stammen.

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So, und falls Du nun entweder einen schnellen kleinen Lebensretter wie diesen gebrauchen kannst, oder Dich einfach nur auf ein leckeres Gericht freust: hier kommt das Rezept:

Bergkäse-Tartelettes (für 4 Hungrige oder für 6 Personen als Vorspeise/Beilage):

Entweder eine große oder 6 kleine Ofenförmchen buttern. Eine Packung Kartoffel-Knödelteig aus dem TK-Regal in die Förmchen drücken so dass der Boden bedeckt ist und ein Rand entsteht.

Backofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen. Für die Füllung 2 Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Zwiebel in 1 EL Butter mit etwa 100 g Speckwürfeln leicht anbraten (etwa 5 Minuten). In eine Schüssel geben und leicht abkühlen lassen. Anschließend 100 g geriebenen, kräftigen Bergkäse hinzugeben und miteinander vermengen. Gleichmäßig auf die Tartelettes verteilen. 4 Eier mit 200 g Schmand und 100 ml Vollmilch glatt verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen. Gleichmäßig über die Tartelettes schütten und im Backofen ca. 20 – 30 Minuten goldbraun backen.

Baby-Spinat waschen, trocken schleudern und mit einer Vinaigrette aus Essig, Öl, körnigem Senf und Salz & Pfeffer vermischen. Essbare Blüten (z.B. Stiefmütterchen) darüberstreuen und zu den Bergkäse-Tartelettes servieren.

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Die Tartelettes waren so unbeschreiblich köstlich, dass sie es sogar geschafft haben mir den wirren Kopf an diesem Tage wieder etwas gerader zu rücken. So einfach kann dies manchmal gehen… Der Tag fand einen schönen Abschluss und das Restwochenende war wunderbar ;-). Und noch was: die Tartelettes schmecken auch am nächsten Tag kalt sehr, sehr gut. Einfach abdecken und im Kühlschrank aufbewahren.

Und wie steht’s mit Dir? Bist Du eine Listen-Schreiberin oder eine Listen-Verweigerin? Und wie schaffst Du es einen verkorksten Tag doch noch zu einem wunderbaren Tag werden  zu lassen? Tips und Rezepte  welcome!

Habt’s schön Ihr Lieben,

*bee

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Comments

  1. Hallo Bee, deine Fotos sind ein Traum. Vor allem die Holzfarbe des Untergrunds und deinem Bestecks hat es mir angetan. Der Kontrast zu den Tartelettes und den Blümschen ist einfach zu schön! Ich werde mir das Rezept auf jeden Fall merken, nur mein Mann mag keinen Schinken, werde mir da was anderes stattdessen einfallen lassen müssen.
    Lieben Gruß, Dori

  2. hallöle,, BEE… ja des kenn i ah…. schreib,,schreib,,,, und dann hack,,hack,,, und dann gfrei i mi,, wieda MAL WAS GSCHAFFT::: ABER DAS i alles schaffen WÜRDE wos i ma so vorgnommen HOB für mei LEBEN::: UIIIII do miassat i…. 200 JAHR ALT werden… SCHRITT:::FÜR SCHRITT:::
    TOLLES Rezept… schmeckt sicher tooootal LECKA::: I MAG ja ALLES wos mit KÄSE überbacken is… genau mei DING::: BESSER GSAGT MEI essen… hobs no fein heit,, und abends WIRD abgehackt.. gell… bussale.. Birgit…

  3. Hallo bee,

    erstmal Respekt für deine wunderschönen Fotos. Der rustikale Holzhintergrund passt perfekt zu den „rustikalen“ Bergkäse Tartelettes. Und die Blümchen erst 🙂

    Und zu deiner Frage, ja ich schreib mir für alles und jeden eine Liste. Aber alles abhaken schaff ich nie. Dann wirds von Liste zu Liste weitergeschrieben und irgendwann einfach fallen gelassen O: -)
    Aber ohne, täte ich noch viel mehr vergessen. Und wie du sagst, sie machen den Kopf frei für andere Sachen!

    Liebe Grüße,
    Marina

  4. Ich bin zwar nicht für Bergkäse, aber deine Photos bezaubern mich immer wieder!

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